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Der tut nix, der spielt nur…

Neue Ideen für den Umgang mit Testanrufen

 

Bei vielen Anrufen stellen wir uns die Frage, ist das nun ernst oder gespielt? Bei den meisten Testanrufen ist das ziemlich schnell klar, manchmal bleibt das jedoch bis zum Schluss offen. Dadurch entsteht für uns ein Dilemma: Werden wir jetzt als Beraterin angesprochen und versuchen gute Beratung zu machen, obwohl wir ahnen, dass der Gesprächspartner ganz andere Absichten hat? War das eher eine Spieleinladung, für die uns im Moment die passenden Worte fehlen? Oder vielleicht beides zusammen?

Beratung haben wir gelernt, da fühlen wir uns sicher. Spielen hingegen gehört nicht zu unserem Standardrepertoire. „Dazu sind wir nicht da!“ „Mach doch bitte die Leitung frei für andere, die wirklich etwas auf dem Herzen haben!“ Das klingt immer ein wenig nach „Du bist nicht o.k, Du störst!“, was wir als Kinderschutzbund natürlich auf jeden Fall vermeiden wollen.

Wenn nun aber der prozentual überwiegende Teil der AnruferInnen spielerisch auf uns zukommt, sollten wir uns dieser Aufgabe stellen und auch dazu Ideen und Antworten parat haben. Kinder und Jugendliche wählen untereinander oft auch zunächst spielerische Einstiege, um erst danach auf zentralere (intimere) Themen einzugehen.   

Im zweitägigen Training geht es darum, schlagfertiges Mitspielen und Improvisieren, von der Inhaltsebene weg hin zu den Gefühlen zu lernen. Das entspannt die Situation, schafft Vertrauen und Kontakt und befreit uns aus dem o.a. Dilemma. Wir beschäftigen es mit Rhythmus, Körper, Stimme...

So entwickeln wir auch in diesem Bereich Souveränität und haben mehr Chancen, die AnruferIn emotional zu erreichen und in einen guten Kontakt zu kommen (…um vielleicht doch noch ein Beratungsgespräch entstehen zu lassen?).

Zwei Trainer teilen sich die Aufgabe:  

Lukasz Ratajczak bringt uns Techniken aus dem Improvisationstheater und der Theaterarbeit bei. Er hat als Theaterregisseur langjährige Erfahrungen im Schauspieltraining und ein großes Repertoire an Übungen und ist in Krefeld als Leiter der KRETA für seine vielen Projekte und Aktionen für Kinder bekannt.

Ich kümmere mich um den Transfer in die KJT Praxis, indem wir in mehreren Reflexionsrunden gemeinsam überlegen, wie und in welchen Situationen wir das gelernte in die Telefonarbeit integrieren können.


  © 2006 Reinhard Doerr